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Artikel: Wann ist man chronisch krank?

Wann ist man chronisch krank?

Volksleiden chronische Krankheiten ...

 
Bei länger anhaltenden Beschwerden spricht man umgangssprachlich häufig von chronischen Krankheiten. Aber was bedeutet das genau? Diese Frage stellt sich häufig erst dann, wenn es wegen einer dauerhaften, schweren Erkrankung um Vergünstigungen bei Rezeptgebühren, Transportkosten oder sonstigen Zuzahlungen geht. Dann greifen formale Definitionen des Begriffes "chronisch", die hier kurz zusammengefasst werden sollen.

Im medizinischen Sprachgebrauch spricht man von einer chronischen Erkrankung, wenn diese langsam fortschreitet und sich verschlimmert oder der gesundheitliche Zustand eines Patienten auf einem pathologischen Niveau über einen längeren Zeitraum stabil bleibt. Der gemeinsame Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen (GBA) hat 2004 den Begriff "chronisch krank" für den Verwaltungsgebrauch in der "Richtlinie zur Definition schwerwiegender chronischer Krankheiten", der sogenannten Chroniker-Leitlinie, noch konkreter definiert. Danach gelten Menschen als chronisch krank, wenn sie an Beschwerden leiden, die mindestens ein Jahr lang andaueren und wenigstens einmal pro Quartal behandelt werden müssen. Zusätzlich soll mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein: Es muss eine Pflegebedürftigkeit der Stufe 2 oder 3 gegeben sein, ein Behinderungsgrad von mindestens 60 bestehen,eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 60% vorliegen oder es muss eine dauerhafte medizinische Versorgung erforderlich sein, um eine Verminderung der Lebensqualität oder der Lebenserwartung abzuwenden.
Für die rechtsverbindliche Anerkennung als chronisch kranker Patient ist eine entsprechende Feststellung der Krankenkasse erforderlich. Der behandelnde Arzt kann dafür gegebenenfalls bescheinigen, dass eine dauerthafte Behandlung erforderlich ist. Eine Erwerbsunfähigkeit, ein Behinderungsgrad oder eine Pflegestufe muss dagegen durch einen verbindlichen amtlichen Bescheid nachgewiesen werden. Der Weg bis zu diesem Bescheid erfordert jedoch oft eine gute Detailkenntnis der Rechtslage und ist deswegen nicht einfach. Wer bei der Durchsetzung seiner Anerkennung als chronisch kranker Mensch auf Hindernisse stößt, findet Unterstützung bei den Sozialverbänden, zum Beispiel beim VdK oder dem Sozialverband Deutschland (früher Reichsbund). Diese Verbände bieten kostenlose Beratung und Unterstützung darüber, ob eine anerkennungsfähige Erwerbsminderung bzw. Behinderung vorliegt und wie diese gegebenenfalls zu nachzuweisen ist.

Die Anerkennung einer chronischen Krankheit hat zur Folge, dass die Zuzahlungen zu Leistungen der Krankenkasse auf maximal ein Prozent des Bruttoeinkommens begrenzt sind. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Belastungsgrenze von 1% des Haushaltseinkommens. Dies bezieht sich nicht nur auf die Zuzahlungen zu rezeptpflichtigen Arzneimitteln, sondern auch zu ärztlich verordneten Krankentransporten sowie Heil- und Hilfsmitteln. Von der Anrechnung auf diese Belastungsgrenze sind alle Zahlungen ausgenommen, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Dazu zählen zum Beispiel Kosten für nicht rezeptpflichtige Arzneimittel, Sehhilfen und sämtliche Kosten für Therapien, die nicht von den Krankenkassen anerkannt sind.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es für den Laien nicht einfach festzustellen ist, ob eine anerkennungsfähige chronische Krankheit vorliegt oder nicht. Am besten spricht man als erstes den Hausarzt an, um dazu eine Einschätzung zu bekommen, da dieser auch eine Behandlungsbedürftigkeit bescheinigen muss. Im Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, eine zweite Meinung einzuholen oder einen Spezialisten hinzuzuziehen. (sh)
 
 
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Artikel Kommentare: (1)
 
09.01.2008 - 21:10 von Maik
 
Wie kann man sich dagegen wehren, wenn man trotz unheilbarer Krankheit (Behinderung) gezwungen wird jedes Quartal zum Arzt zu gehen?Das meine Körperbehinderung nicht behandelbar ist, macht sie ja nicht weniger "chronisch".
 
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