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Artikel: Arbeitslose Akademiker - Arbeitslos nach dem Studium

Arbeitslose Akademiker - Arbeitslos nach dem Studium

Diversifizierte Jobs brauchen ebensolche Arbeitsnehmer ...

 
Dass man nach Beendigung des Studiums durchaus in sein gewisses Loch fallen kann, ist dem ein oder anderen Hochschul-Absolventen sicher bekannt. Gerade auch, weil viele Studierende aus der Routine des Studiums in eine beinahe lethargische Starre nach dem Examen verfallen, sobald sich die Tür des Vorlesungssaals zum letzten Male schließt, suchen sie meist schon vor Beendigung der Hochschulausbildung nach Anschluss, wenn möglich in Lohn und Brot.

Tatsächlich finden wohl auch die meisten diesen Zugang, meist jedoch über eine mehr oder minder lange Brücke: Praktikumangebote bilden einen großen Teil vieler, gerade auf Akademiker/innen zugeschnittenen Jobbörsen. Ungleich mancher Personalchefs und Abteilungsleiter spekulieren die Absolventen aber selten auf lebenslange und unterbezahlte Praktika oder Trainee-Programme.

Andere wiederum möchten die ruhige Phase nach Examensstress dafür nutzen, sich auf dem Arbeitsmarkt umzusehen und die eigenen Vorlieben und Fähigkeiten richtig einordnen können. In jedem Fall gelingt nicht allen Akademiker/innen der nahtlose oder zumindest nicht ganz so holprige Übergang von Uni zu einem festen und unbefristetem Arbeitsverhältnis. Einige werden erst mal beschäftigungs- und auch arbeitslos.

Wenn auch neuere Statistiken die Zahl arbeitsloser Akademiker/innen weitaus niedriger als vor fünf oder zehn Jahren sieht, besteht dieses Phänomen trotzdem noch. Woran es liegt, dass eigentlich sehr gut ausgebildete Fachkräfte scheinbar weder gebraucht noch gesucht werden, ist wieder eine andere Frage.

Ähnlich der verschiedenen Fachrichtungen, gibt es für arbeitslose Absolventen mehrere Erklärungen. Bei manchen Studiengängen gibt es weder obligatorische Praktika während des Studiums, noch ein genau umrissenes Berufsbild nach dem Studium. Hat man schnell studiert, wird man keine Zeit gehabt haben, nebenbei Berufserfahrung gesammelt zu haben, die jedoch von den meisten Firmen verlangt wird. Hat man lange studiert, wirkt sich die hohe Semesterzahl negativ auf die Bereitschaft potenzieller Arbeitgeber aus. Lässt man sich dazu nicht auf undurchsichtige Praktikumangebote an, wird man früher oder später bei der Arbeitsagentur vorstellig. Die eigens eingerichtete Hochschulberatung ist in seltenen Fällen eine Hilfe, auch wenn Weiterbildungsmaßnahmen gut gemeinte Qualifizierungsangebote sind, die jedoch noch auf ihren "Praxistest" warten.

Vielen Studierenden ist indes auch nicht präsent, dass sie sich bereits drei Monate vor Abschluss ihres Studiums bei der Arbeitsagentur melden müssen, um ihrer (potenziellen) späteren Arbeitslosigkeit vorzubeugen und entgegen zu wirken.

Arbeitslosigkeit als Akademiker/in zu vermeiden ist insgesamt betrachtet trotz hoher Qualifikation keine einfache Sache. Oftmals sind die Studieninhalte zu wenig Arbeitsmarkt geeignet oder auch die Kontakte der Fachschaften zur Wirtschaft oder zu Verbänden noch nicht ausgeprägt genug. Diversifizierte Jobs brauchen ebensolche Arbeitsnehmer.

Insofern ließen sich wohl einige arbeitlose Akademiker/innen vermeiden, wenn die Lehrpläne der Universitäten und die Anforderungen spezifischer Arbeitsfelder näher aneinander rückten und aus der Schnittmenge beider Interessensfelder Absolventen hervorgingen, die über genügend wissenschaftliches und praktisches Rüstzeug verfügen, um auf dem modernen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können statt auf den Gängen der Agentur für Arbeit Platz nehmen zu müssen. (don)
 
 
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Artikel Kommentare: (1)
 
06.01.2010 - 14:09 von Krisenbetroffener
 
Dass ich nicht lache! Es ist immer wieder amüsant, wie die Schuld am Ende dem jeweiligen Fach oder im Zweifelsfalle der Person zugeschoben wird. Seltsam nur, dass keiner mehr Ingenieure, Maschinenbauer und dergleichen mehr braucht, wo doch vor Kurzem propagiert wurde, dass ebensolche so dringend gebraucht werden. Jahrelange Praktika, weitere Promotionen zum Wohle des Professorengehalts sind nur einige Möglichkeiten, die Warteschleife in der Hölle zu versüßen. Wo bitte soll es in der Krise noch unbefristete Stellen geben, außer in der Arbeitsagentur und psychiatrischen Kliniken in Zukunft?
 
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