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Artikel: 1 Euro Job als Maßnahme oder Selbstverwirklichung?

1 Euro Job als Maßnahme oder Selbstverwirklichung?

Bei so genannten 1 Euro Jobs verdient man nicht nur 1 Euro pro Stunde ...

 
Bei so genannten 1-Euro-Jobs verdient man nicht nur 1 Euro pro Stunde. Neben der finanziellen Seite bieten diese Jobs auch andere Vorteile. Die 1-Euro-Stellen sind vor allem eine Chance für Langzeitarbeitslose, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. Auf einen 1-Euro-Job kann sich ein Arbeitsloser normalerweise nicht bewerben, sondern er wird ihm vom seinem Sachbearbeiter zugewiesen und er ist auch verpflichtet, den Job anzunehmen.

Diese Maßnahme ist keine Schikane des Leistungsträgers, sondern sie soll dem Arbeitssuchenden helfen, neue Erfahrungen zu sammeln und sich wieder an einen geregelten Arbeitsalltag gewöhnen. Vielen fällt nach längerer Zeit ohne Job zu Hause die Decke auf den Kopf, und sie sind frustrieret und fühlen sich wertlos, weil sie anscheinend nicht gebraucht werden. Mit dem 1-Euro-Job bekommt der Langzeitarbeitslose wieder eine Aufgabe.
Meist werden 1-Euro-Jobber für eine befriststet Zeit von wenigen Wochen oder Monaten bei einem kommunalen Arbeitgeber oder gemeinnützigen Betrieb eingesetzt. In Frage kommen zum Beispiel Hilfstätigkeiten bei der Stadtreinigung oder der Alten- und Krankenpflege. Die 1-Euro-Arbeitsstelle muss dabei so ausgelegt sein, dass sie keinen regulären Arbeitsplatz ersetzt und ihn damit vernichtet. Vielmehr sollen diese Stellen „zusätzlich“ geschaffen werden.

Für Langzeitarbeitslose ist der 1-Euro-Job oft auch ein erster Schritt raus aus der Isolation. Denn lange arbeitslos zu sein bedeutet leider auch, dass Sozialkontakte nachlassen. Wer nur Arbeitslosengeld II bezieht, kann es sich nun mal nicht leisten, jedes Wochenende mit Freunden ins Kino oder etwas trinken zu gehen. Aus den neuen Kollegen, die sich in der gleichen sozialen Situation befinden, können sich so Freundschaften entwickeln, die nicht von der Größe des Geldbeutels abhängig sind.
Der 1-Euro-Job kann auch das Sprungbrett in eine reguläre Beschäftigung bedeuten. Ist in dem Betrieb ein Job zu besetzen, ist es für den Arbeitgeber natürlich einfacher, auf bereits bekanntes und eingearbeitetes Personal zurückzugreifen. Somit kann ein 1-Euro-Job zu einem regulären Vollzeitjob werden. Es kann aber auch sein, dass ein paar Monate vergehen, der 1-Euro-Jobber aber einen so guten Eindruck beim Vorgesetzten gemacht hat, dass er vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Maßnahme bereits abgeschlossen ist, eine Arbeitsstelle angeboten bekommt.

Sich einzusetzen lohnt sich aber in jedem Fall. Auch wenn es in dem Betrieb mit einer Arbeitsstelle nicht klappen sollte, so wird zumindest ein gutes und aktuelles Arbeitszeugnis ausgestellt. Dieses wertet die Bewerbungsunterlagen erheblich auf und verbessert so die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Zu den bereits genannten Vorteilen kommen natürlich auch die finanziellen. Üblicherweise arbeitet ein 1-Euro-Jobber nur ca. 20-30 Stunden in der Woche, damit er noch genug Zeit hat, sich einen regulären Arbeitsplatz zu suchen. Bei einem Verdienst von 1 Euro pro Stunde können so 100-150 Euro zusätzlich im Monat aufs Konto kommen. Auf das Arbeitslosengeld II wird dieses Geld nicht angerechnet. Es ist aber nicht zwingend, dass nur 1 Euro pro Stunde gezahlt wird. Es ist auch möglich, vor allem wenn auch Sonn- und Feiertagsarbeit geleistet wird, dass bis zu 2,50 Euro pro Stunde gezahlt werden. So können dann auch 200-300 Euro im Monat verdient werden.

Es darf allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass eventuell anfallende Kosten, die mit dem 1-Euro-Job anfallen, vom Amt nicht getragen werden. Denn gerade zur Deckung dieser Kosten wird der eine Euro gezahlt, das Geld wird deshalb auch offiziell „Mehraufwandsentschädigung“ genannt. Bei langen Anfahrtswegen mit dem eigenen Auto kann deshalb schon ein großer Teil des verdienten Geldes aufgebraucht werden. Aber bei einem 1-Euro-Job sollte nicht das Geld ausschlaggebend sein, sondern die Chance, wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren. (re)
 
 
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