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Artikel: Kunst und Antiquitäten

Kunst und Antiquitäten

Antikes und kunstvolles im Einklang ...

 
Das Wort Antiquität kommt aus der lateinischen Sprache (Antiquus) und bedeutet auf Deutsch "alt". Man versteht hierunter Gegenstände, die mehr als 100 Jahre alt sind, in Ausnahmefällen auch solche, die wenigstens 50 Jahre alt sind.
Zwischen Antiquitäten und Kunstgegenständen gibt es keine wirklich genau zu definierende Grenze. Alte Gegenstände wurden meist nur dann aufbewahrt oder gesammelt, wenn sie wertvoll und entsprechend kunstfertig gearbeitet waren. Bei fast allen alten Gegenständen handelt es sich zudem um Handarbeit, was in heutiger Zeit bereits unter dem Begriff Kunst abzuhandeln ist.

Eine Ausnahme mögen hier archäologische Grabungsfunde machen, da durch die immense Seltenheit solcher Gegenstände auch einfachste Haushaltswaren wie Tonscherben einen hohen kulturhistorischen und mithin materiellen Wert haben. Derartige Stücke sind aber ohnehin meist nicht legal zu haben und sollen daher im Weiteren keine Rolle spielen.
Antiquitäten werden in der Regel nach Epochen der Kunstgeschichte eingeordnet, was erneut die Nähe zwischen Antiquarischem und Kunst deutlich macht. Diese Kategorisierung erlaubt es, relativ sicher das Alter einer Antiquität ohne Zuhilfenahme archäologischer Untersuchungen (C14-Methode) zu bestimmen. Bis zur Klassischen Moderne (ca. 1900-1950) werden Gegenstände als antik gehandelt.
Besonders im Bereich der Bildenden Kunst und der Bildhauerei ist es kaum zu unterscheiden, ob es sich um Kunst oder um eine Antiquität handelt. Vor allem alte Kirchenmalerei ist oft künstlerisch nicht unbedingt als hochwertig zu bewerten, ihrer Rarität wegen aber dennoch als seltener Botschafter einer Epoche in Kunstmuseen zu betrachten.
Je jünger ein Gemälde ist, desto einfacher wird es, zwischen der reinen Antiquität und einem Kunstwerk zu unterscheiden. Ein röhrender Hirsch, der als Gemälde in einer Bauernstube hängt, kann seines Alters wegen durchaus als Antiquität gelten, ist aber dennoch kein Kunstwerk im kunsthistorischen Sinn. Da aus jüngeren Epochen schlicht mehr Gegenstände in guter Erhaltung sind, können sich die Kunsthistoriker hier den "Luxus" erlauben, eine Grenze zu ziehen. Fernere Zeiten haben durch die geringere Anzahl der erhaltenen Objekte eine solche Grenze nicht.

Besonders schwierig wird die Differenzierung zwischen Antiquität und Kunst bei Artefakten aus anderen Weltgegenden. Eine alte afrikanische Maske etwa erfordert zunächst die Hinzuziehung eines Ethnologen, um zu klären, welchem Zweck der oft eher rätselhafte Gegenstand einst gedient haben mag. Zudem ist es strittig, ob man Zeremonielle Gegenstände steinzeitlich lebender Völker in den Rang eines Kunstwerks im europäischen Sinn erheben sollte oder nicht.
Allen Schwierigkeiten bei der Unterscheidung zum Trotz bleibt Antiquitäten und Kunst eine große Gemeinsamkeit: Ihre unvergängliche Schönheit und ihr Zauber, der auch nach vielen Jahren noch unsere Träume, Phantasien beflügelt und unsere Sinne erfreut. (don)
 
 
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