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Vorsicht vor Lockangeboten als Hoteltester

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Sie verreisen gerne und haben Spaß daran, sich verschiedene Hotels anzusehen? Dann könnte der Job als Hoteltester der Richtige für Sie sein. Dies versprechen jedenfalls verschiedene Internetforen. Es klingt nach einem tollen Job, man verreist viel, sieht sich verschiedene Hotels an und das Ganze auch noch kostenlos. Mehr als das, man wird laut Anbieter-Versprechen sogar noch dafür bezahlt. Ist dies wahr? So einfach ist die Realität, wie bei vielen Lockangeboten, dann doch nicht. Denn Testerjobs sind richtige Arbeitsverträge, und wer dabei nicht ernsthaft arbeitet, trägt die Kosten.

Tester sind Fachkräfte aus der Hotellerie
Wer sich als Hoteltester bewerben möchte, sollte folgendes beachten: Seriöse Anbieter wollen fachlich geschulte Tester. Sie sollten eine Ausbildung zum Hotelfachmann/Frau absolviert und mindestens 5 Jahre in der Hotellerie oder Gastronomie gearbeitet haben. Zuweilen werden sogar Referenzen aus abgefragten Hotelkategorien erwartet. Auch Hotelbetriebswirte sind gerne als Tester gesehen. Darüber hinaus sollte der Bewerber respektive die Bewerberin über eine sehr gute Ausdrucksweise in Wort und Schrift, über gute PC- sowie Kenntnisse der Digitalfotografie und eine Kamera verfügen. Eine gute Beobachtungsgabe und ein gepflegtes Erscheinungsbild werden ebenfalls verlangt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, so können Sie sich als Hoteltester bewerben. Seriöse Firmen finden Sie jedoch eher selten im Internet, da es mehr als genug Bewerber gibt und Testerjobs kaum online ausgelobt werden. Echte Angebote vermitteln die Agentur für Arbeit und private Jobvermittler mit dem Schwerpunkt Hotelfach. Auch Reiseunternehmen wie die TUI und Unternehmensberatungen für Hotellerie und Gastronomie suchen Hoteltester. Hilfreich bei der Suche nach dem Job als Tester sind große soziale Netzwerke, die auf Jobs und Karriere ausgerichtet sind, wie XING.

Die Arbeit des „Mystery Client“
Der Deutscher Hotel und Gaststättenbundesverband DEHOGA klassifiziert die Hotels entsprechend der Kundenwünsche und Markttrends nach internationalen Standards. In einem einheitlichen Kriterienkatalog sind diese Standards nach Sternen festgelegt. Sie werden von den Hoteltestern in regelmäßigen Abständen geprüft. Dabei testen die „Mystery Clients“, die wie normale Kunden auftreten, das Hotel auf Herz und Nieren: Sie prüfen die Möblierung und Sauberkeit der Zimmer, die Gastronomie des Hauses, das Spa-Angebot sowie die Unterhaltungs- und Serviceangebote. Im Anschluss wird ein ausführlicher Bericht zum Hotel geschrieben. Die Stellen werden je nach Gesuch in Voll- bzw. Teilzeit und meist auf freiberuflicher Basis angeboten. Welche Qualitätskriterien des Hotels wie abgeprüft werden, ist in den jeweiligen Vertragsunterlagen Oft wird auch die Erstellung einer Film- oder Fotostrecke verlangt, die in den Abschlussbericht eingeht.

Vorsicht vor unseriösen Angeboten
Wer ohne Qualifikation daherkommt, sollte die angebotenen Testerjobs, speziell im Internet, kritisch prüfen. Eine Angebotsform ist hier das sogenannte „Soft Opening“. Neu eröffnete Hotels bieten hierbei vor der offiziellen Eröffnung Testbuchungs-Phasen an. Für diesen inoffiziellen Probelauf werden Gäste gesucht, denen auf den Übernachtungspreis Nachlässe gewährt werden. Sie sollen unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit den Hotelservice testen, sodass potentielle Fehlerquellen im Testlauf ausgeschaltet werden können. Das Problem hierbei ist, dass die Tester nicht mehr anonym sind, also die Gefahr von Gefälligkeitsgutachten besteht. Zudem nutzen neue Hotels das Angebot des Soft Opening oft als Werbetrick, letztlich wird durch die für den Tester entstehenden Zusatzkosten bei Verpflegung und Servicegebühren der Testpreis schnell zum Normalpreis. Also Augen auf beim Kleingedruckten.

Besondere Vorsicht ist bei den Hoteltester-Angeboten für jedermann geboten, die Online-Reiseportale ausloben. „Endlich mal wieder verreisen und entspannt in der Sonne liegen?“, wirbt ein Anbieter. „Zu teuer? Dann ist unser Angebot für Sie sicher interessant! Denn wir suchen unabhängige Hoteltester für unsere Kunden.“ Jeder, der sich bewirbt, bekommt einen 4-Tage-Gratis-Urlaub versprochen. Offenbar suchen solche Portale händeringend Hoteltester: Denn die Aspiranten werden aufgefordert, über Netzwerke auch gleich Freunde und Bekannte zur Teilnahme zu bewegen. Der Haken hierbei ist, dass die bei der Anmeldung erhobenen Daten als Adress- und Zahlenmaterial an die Werbewirtschaft verkauft werden. Die vermeintlichen Tester erhalten hierfür Angebote von Übernachtungen im Drei-Sterne-Hotel, „beim ersten Angebot garantiert auch (mit) Frühstück“. Wer weiß, ob man beim Buchen nicht schnell genug ist und erst das zweite Angebot annehmen kann. In diesem Fall entstehen für den „Tester“ die vollen Verpflegungsständen, plus bei einer 7-Tage-Reise ein 3-Tage-Aufpreis. Zusätzlich sind Reisekosten, Versicherungskosten und eventuell noch versteckte Vermittlungsgebühren fällig. Solche Angebote wurden schon unter der Überschrift: „Sie haben gewonnen!“ zu Kauffallen. Bewerben Sie sich also nur persönlich und mit entsprechender Qualifikation. Dann steht einem echten Testerjob nichts im Wege.
(don)
 
 
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